|
In den Tagen seit dem Heimspiel gegen
Hansa Rostock wurden wir von vielen FSV-Fans auf die Vorkommnisse beim
Spiel in Wehen und die damit verbundenen Folgen für unsere Gruppe
angesprochen. Nachdem in den letzten Tagen diverse Gerüchte und
Halbwahrheiten die Runde machten, herrscht inzwischen Klarheit darüber,
welche Konsequenzen sich aus dem Spiel ergeben und wie es mit unserer
Gruppe weitergeht. Über die genauen Ergebnisse möchten wir Euch im
Rahmen dieser Erklärung informieren.
Acht Mitglieder der
Senseless Crew wurden infolge der Auseinandersetzungen in Wehen mit
einem mehrjährigen bundesweiten Stadionverbot bedacht. Die Auswahl der
Kandidaten erfolgte durch Sicherheitskräfte, die beim besagten Spiel
nicht zugegen waren. Der vorliegende Fall demonstriert somit
eindrucksvoll, dass die bundesweiten Stadionverbots-Richtlinien der
Willkür Tür und Tor öffnen.
In weniger als einem Jahr wurden gegen insgesamt zehn Mitglieder resp. Sympathisanten unserer Gruppe bundesweite Stadionverbote
ausgesprochen. Dieser Aderlass ist für eine vergleichsweise
übersichtliche Gruppe wie die unsrige nicht zu kompensieren. Für uns
wurde mit den neuen Stadionverboten eine Schallmauer durchbrochen. Wir
haben einen Punkt erreicht, an dem ein einfaches Weiter-so ein sehr
hohes Maß an Selbstverleugnung erfordern würde. Wir können und wollen
dieses Maß nicht aufbringen.
Wir haben uns daher dazu entschlossen, den Spielen der ersten Mannschaft bis zur Rücknahme der Stadionverbote fern zu bleiben,
und unser Engagement in die Niederungen der Hessenliga – fernab von
polizeilicher Willkür und permanenter Gängelung – zu verlagern. Die zweite Mannschaft des FSV (U 23) hat unsere kollektive Unterstützung mehr als verdient.
Wir setzen damit ein klares Zeichen: Wir lassen uns weder spalten, noch
vertreiben. Der FSV bleibt unser Lebensinhalt - auch jenseits des
‚modernen Fußballs’ mit all seinen (negativen) Begleiterscheinungen.
Diejenigen
in unserer Gruppe, die bislang noch nicht belangt wurden, schließen
sich den Verbannten selbstverständlich an und üben praktische
Solidarität mit den Ausgesperrten. Wir würden uns freuen, wenn sich uns
weitere FSV-Fans anschließen, und gemeinsam mit uns die Spiele der
zweiten Mannschaft zelebrieren würden. Über anstehende Auswärtsfahrten
u. dgl. werden wir Euch selbstverständlich stets rechtzeitig
informieren. Wir sind nicht aus der Welt, sondern bleiben – sofern es
zu keinen Terminkollisionen kommt – vor und nach den Heimspielen der
ersten Mannschaft vor dem Stadion ansprechbar.
Es fällt uns
nicht leicht diesen Weg zu gehen, doch es gibt für uns keine
Alternative. Unser Schritt richtet sich in keinster Weise gegen die
Mannschaft oder den Verein. Im Gegenteil: insbesondere vonseiten des
Vereins haben wir Zuspruch und Unterstützung erfahren, für die wir
dankbar sind.
Wir werden weiter für unsere Sache kämpfen! Verbannte mit uns!
Bornheim, 03.12.2009
SENSELESS CREW 2002
|